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NVIDIA erzielt die bislang größte Simulation fehlertoleranten Quantencomputings in Jülich

NVIDIA und das deutsche Jülich Supercomputing Centre führen die bislang größte Simulation fehlertoleranten Quantencomputings durch.

2 Min. Lesezeit

Was fehlertolerantes Rechnen bedeutet

Fehlertolerantes Rechnen ist der heilige Gral der Quantenindustrie. Die heutigen Quantencomputer verlieren ständig Informationen durch thermisches Rauschen und andere Störungen, ein Phänomen, das als Dekohärenz bekannt ist und die Zahl der nutzbaren Operationen, die sie ausführen können, drastisch begrenzt. Der theoretische Lösungsweg führt über die Quantenfehlerkorrektur, die ein einziges logisches Qubit auf viele physische Qubits verteilt, sowie über die aktive Kontrolle von Fehlern: Fehler erkennen und korrigieren, während die Berechnung noch läuft.

Die Schwierigkeit besteht darin, diese Verfahren vor ihrem Bau zu simulieren und zu validieren. Das erfordert enorme Rechenleistung, denn in vielen realistischen Rauschmodellen muss die Physik von Tausenden miteinander wechselwirkenden Qubits nachgebildet werden. Genau hier kommt NVIDIA ins Spiel.

Der Rekord in Jülich

NVIDIA hat angekündigt, dass das Unternehmen zusammen mit dem deutschen Jülich Supercomputing Centre die bislang umfangreichste Simulation fehlertoleranten Rechnens durchgeführt hat. Mithilfe einer massiven GPU-Beschleunigungsinfrastruktur reproduzierte das Team die Dynamik fehlerkorrigierender Schaltkreise in einem Maßstab, der nach Angaben des Unternehmens einen neuen weltweiten Meilenstein darstellt.

Die Kernaussage der Ankündigung ist klar: Solange die endgültige Quantenhardware noch entsteht, ermöglichen KI-beschleunigte Supercomputer, die Fehlerkorrekturalgorithmen zu entwerfen, zu testen und zu optimieren, die diese künftigen Maschinen benötigen werden.

Warum das jetzt wichtig ist

Der Kontext könnte nicht hitziger sein. Wenige Tage zuvor soll Google ein Quantenergebnis präsentiert haben, das auf den Vorhersagemärkten die Wetten darauf anheizte, ob RSA-2048 vor 2040 faktorisiert werden könnte. Microsoft hat außerdem behauptet, dass sein neuer Quantenchip die Leistung früherer Generationen um das Tausendfache übertrifft. Das Rennen ist nicht mehr akademisch:

  • Kryptografie: Staaten und Unternehmen prüfen die Migration zur Post-Quanten-Kryptografie.
  • Industrie: Computerchemie, Materialforschung und Logistik erwarten praktische Vorteile vom fehlertoleranten Rechnen.
  • Technologische Souveränität: Europa setzt auf Zentren wie Jülich, um nicht von einer einzigen Lieferkette abhängig zu sein.

Der hybride Ansatz setzt sich durch

Das Bemerkenswerteste ist, dass das vorherrschende Modell nicht mehr ein Quantencomputer ist, der alles löst, sondern ein hybrider Ansatz: GPUs simulieren Qubits und validieren die Quantensoftware, während spezialisierte KI-Modelle helfen, Fehlersyndrome schneller zu dekodieren als klassische Algorithmen. NVIDIA, das auf seiner jüngsten GTC in Berlin außerdem mit Demonstrationen humanoider Roboter und Tests quantenbasierter Telekommunikation aufgetreten ist, festigt damit seine Position als Brücke zwischen beiden Welten.

Ob das Ziel eines nutzbaren Quantencomputers vor 2030 erreicht wird, hängt zu einem großen Teil von solchen Validierungen im großen Maßstab ab. Erstmals sind die Simulationen, die dieses Ziel vorwegnehmen, so groß wie die Hardware, auf der sie laufen.

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